Rohstoffe
Agrar-Analyse
📅 Datum: 18.04.2026
⏱ Lesezeit: ~6 Min
✍ Autor: Attila Tevi

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Mais-Analyse: Warum CORN vor einer möglichen Trendwende steht

Zeitzyklen, Gann-Winkel und Fibonacci deuten auf ein bullisches Szenario – wenn die entscheidenden Marken fallen
von Attila Tevi · Tevi Trades · 18.04.2026 · ~6 Min Lesezeit
Der Maismarkt (CORN) bewegt sich seit dem Allzeithoch bei rund 840 USD im Jahr 2022 in einer ausgedehnten Korrektur. Aktuell notiert der Markt bei ca. 462 USD – und damit in einer Zone, die aus Sicht der zeitbasierten Marktanalyse besondere Aufmerksamkeit verdient. In diesem Beitrag ordne ich die aktuelle Struktur ein und zeige, unter welchen Bedingungen sich ein übergeordnet bullisches Szenario aktiviert.


Ausgangslage: Mais im Wochenchart

Seit dem Hoch bei rund 840 USD hat CORN einen klassischen Abwärtstrend durchlaufen – begleitet von fallenden Gann-Winkeln (-45°), die den Verkaufsdruck über die gesamte Korrekturphase sichtbar machen. Der Markt hat dabei die Zone zwischen 390 und 400 USD als signifikanten Boden etabliert und konnte sich seitdem schrittweise erholen.
Die aktuelle Preisbewegung zeigt eine Bodenbildungsphase im Bereich 440–470 USD. Aus Sicht der Gann-Analyse liegt der Markt dabei auf einem aufsteigenden 45°-Winkel, der vom letzten signifikanten Tief gezeichnet wurde. Solange dieser Winkel hält, bleibt die Grundstruktur konstruktiv.
Gleichzeitig zeigen die Gann-Bögen (blaue Arcs im Chart) eine zeitlich-geometrische Verdichtung, die auf die kommenden Monate deutet – ein Signal, das in meiner Arbeit regelmäßig mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für Richtungsentscheidungen korreliert.


Zeitzyklen und Gann-Struktur

Die zeitliche Analyse zeigt mehrere konvergierende Zyklen, die ab Mitte 2026 auf ein relevantes Zeitfenster deuten. Der Abstand vom Allzeithoch (2022) zum aktuellen Bereich entspricht einem 4-Jahres-Zyklus – eine in Rohstoffmärkten besonders bedeutsame Periodizität.
Zusätzlich zeigt die Bogenstruktur im Chart, dass der Markt sich dem äußeren Rand eines Gann-Kreises nähert. In der Praxis bedeutet das: Die zeitliche Energie der Abwärtsbewegung läuft aus. Das ist kein Kaufsignal – aber es ist ein struktureller Hinweis darauf, dass der Markt in eine Phase eintritt, in der eine übergeordnete Richtungsentscheidung wahrscheinlicher wird.
Wer mit Gann-Zeitzyklen arbeitet, kennt dieses Muster: Solange der Markt innerhalb des Bogens bleibt, dominiert die bestehende Trendstruktur. Bricht er aus dem Bogen aus – zeitlich oder preislich – beginnt ein neuer Impuls. Genau das zeichnet sich bei CORN ab.


Fibonacci-Level: Wo liegen die Schlüsselzonen?

Der Chart zeigt zwei klar definierte Fibonacci-Cluster, die als Entscheidungsmarken dienen:
Unterstützung (orange Zone): Das 50%-Retracement bei 449 USD und das 61,8%-Retracement bei 443 USD bilden die untere Auffangzone. Solange der Markt über 443 USD notiert, bleibt die Bodenbildung intakt. Ein nachhaltiger Bruch darunter würde das bullische Szenario invalidieren.
Widerstand (grüne Zone): Das 50%-Retracement bei 604 USD und das 61,8%-Retracement bei 656 USD bilden die Schlüsselmarken für die übergeordnete Trendwende. Diese Zone ist der entscheidende Bereich – und gleichzeitig die Trennlinie zwischen Korrektur und neuem Aufwärtstrend.
Darüber liegt ein weiteres 50%-Level bei 789 USD, das erst dann relevant wird, wenn die grüne Zone nachhaltig durchbrochen ist.


Das bullische Szenario

Das bullische Szenario aktiviert sich unter folgenden Bedingungen:
Bedingung 1: Der Markt hält den aufsteigenden 45°-Gann-Winkel und verteidigt die Unterstützungszone bei 443–449 USD.
Bedingung 2: CORN bricht über die grüne Fibonacci-Zone bei 604 USD aus und bestätigt diesen Ausbruch auf Wochenschlussbasis.
Bedingung 3: Bei einem nachhaltigen Durchbruch über 656 USD (61,8%) öffnet sich das nächste Zielgebiet bei 789 USD (50%-Level der übergeordneten Bewegung).
Wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind, wäre das ein klarer Strukturwechsel: Aus der mehrjährigen Korrektur wird ein neuer Aufwärtstrend – getragen von zeitlicher Zyklusreife und preislicher Bestätigung.
Die fundamentale Untermauerung ist gegeben: Die US-Anbaufläche für 2026/27 soll laut USDA um knapp 5% sinken, die Produktion um rund 7% zurückgehen, und die globale Wettbewerbssituation zwischen USA, Brasilien und Argentinien verschärft sich. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten für Farmer auf nahezu Rekordniveau. Ein Umfeld, in dem eine Angebotsverknappung nicht unwahrscheinlich ist.


Risiken und Alternativszenarien

Das bearische Alternativszenario tritt ein, wenn der 45°-Winkel bricht und der Markt unter 443 USD fällt. In diesem Fall wäre die Bodenbildung gescheitert und ein Rückfall in Richtung 390–400 USD wahrscheinlich.
Zusätzliche Risikofaktoren: Eine erneute Rekordernte in den USA oder Südamerika, ein Einbruch der Ethanol-Nachfrage, oder eine massive Abschwächung der globalen Konjunktur könnten den Preis unter Druck setzen – unabhängig von der zeitlichen Zyklusstruktur.
Wie immer gilt: Zeitzyklen identifizieren Fenster, nicht Gewissheiten. Die Richtung ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Preis, Zeit und Kontext.


Fazit

CORN steht an einer strukturell interessanten Stelle. Die Zeitzyklen deuten auf eine Phase erhöhter Bewegungswahrscheinlichkeit hin, die Bodenbildung ist intakt, und die Fibonacci-Struktur liefert klare Marken für Szenarien in beide Richtungen.
Der entscheidende Trigger bleibt der Durchbruch über die grüne Zone bei 604–656 USD. Wer diese Marke auf dem Radar hat, weiß, wann sich das Bild dreht – und wann nicht.


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Haftungsausschluss: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Analysen basieren auf mathematischen Modellen und Szenarien. Vergangene Muster sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Investitionsentscheidungen sollten stets auf Basis eigener Recherche und unter Berücksichtigung der persönlichen Risikobereitschaft getroffen werden.

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